Vandalen bei GRÜN&GRUGA?

Eine wirklich schöne Idee war das, den Besucherinnen und Besuchern der Abschlussveranstaltung der Europäischen Grünen Hauptstadt Essen 2017 ein Reagenzgläschen mit Blumensamen mitzugeben! Die Insekten hätten ihren Spaß, wenn im Frühjahr ausgesät würde …

Toll auch, dass sich der Rat der Stadt dazu aufgerafft hat, im Frühjahr zur besten Aussaatzeit einen Beschluss zum Insektenschutz zu fassen! Politik und Bürgerinnen und Bürger Hand in Hand für die Biopdiversität! So soll es sein – wären da nicht städtische oder zumindest von der Stadt beauftragten Garten- (!) und Landschaftsbaubetriebe und ihre unfähigen Mitarbeiter, die wie die Vandalen auf Essener Baumscheiben wüten….

Im Essener Süden sollen von Bürgerinnen und Bürger Rosen auf dem kleinen Erdfeld rund um den Straßenbaumstamm rotierenden Nylonfäden der lärmenden Pflegegeräte (!) zum Opfer gefallen sein. Zu Jahresbeginn hatten Frühblüher wie Krokusse keine Chance gegen den Tatendrang von Freischneidenden. Auch waren die ca. 60 EUR, die für Potentilla auf Baumscheiben investiert wurden, für die Katz oder besser für den Kompost, ist denn wenigstens zu hoffen, dass das Aufgesaugte dort landet.

Die Fotos (alle D. Schruck) zeigen den aktuellen Stand der „Pflegemaßnahmen“ in Essen-Schönebeck. Leider ist die sprießende Aussaat aus dem GHE2017-Geschenk genauso verschwunden wie die vor gut einer Woche für Geld aus der Privatschatulle finanzierten, gepflanzten und täglich gewässerten und gerade die ersten roten Knospen öffnenden Malven.

Ist das so gewollt, stehen die die Kerle mit ihren Gartengeräten unter dem Druck, alles „ordentlich“ zu hinterlassen oder passt einfach niemand von den Verantwortlichen auf, was vor Ort geschieht?

Sieht so die Grüne Dekade aus?

Zugegeben, es besteht für diese Kastanienfläche kein Patenschaftsvertrag. Aber wie zu hören ist, nützt das auch nicht immer; denn auch solche Flächen blieben wohl in der Vergangenheit vor der Pflegewut nicht verschont. Auch gibt es nach unseren Infos kein Kataster, das die Vertragsflächen dokumentiert (Korrektur siehe unten!).

Wie wäre es einfach mal mit mehr Gespür für die Natur und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger als nur schematisch irgendwas abarbeiten (zu lassen)?

Kleiner Tipp: Auf dem kommenden Katholikentag in Münster wird es (u.a. in der Halle Münsterland) Seedbombs geben…und in den Gemeinschaftsgärten kann am 13.5. vielleicht auch der ein oder andere Sensemann noch was lernen …

Ergänzung (einen Tag nach Veröffentlichung später):

Ein inzwischen erfolgter Anruf von G&G konnte einiges – nicht alles – klären:

  • Es gibt sehr wohl ein Patenschaftskataster!
  • In der Tat sind es einfache Hilfskräfte, die die Arbeiten durchführen; Kontrolle erfolgt nur stichpunktartig
  • Flächen ohne Patenschaft werden rasiert (warum dann auf o.g. Fläche ein Teil stehen geblieben ist, die blühenden Anpflanzungen und Aussaaten beseitigt wurden´, bleibt offen)
  • Empfehlung: Patenschaften abschließen! Das soll sehr unbürokratisch geschehen können…. wir werden das beobachten.

 

 

 

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