Presse-Erklärung der Umweltgewerkschaft zu kostenlosem ÖPNV

Das ist in der Tat ein heißes Thema! Weniger, weil es nicht wünschenswert ist. Der Anteil des Öffentlichen NAhverkehrs muss unbedingt erhöht werden! Nein, vielmehr weil schnell wirksames Handeln wegen der fatalen Essener Gesamtsituation nicht möglich ist. Fatal hört sich aber so nach Schicksal an. Das ist es aber nicht; denn alles, was die Luftgeplagten heute ausbaden müssen, hat der Rat der Stadt zu verantworten, der seit Jahrzehnten auf  das falsche Pferd Auto gesetzt hat:

  • Autogerechte Stadtplanung nach dem Motto: Nur nicht ran an die heilige Kuh…
  • Nichtstun an der Gladbecker Straße mit schielendem Blick auf die Chimäre A52, die allerdings den motorisierten Individualverkehrsanteil eh kaum reduzieren würde (siehe hier)
  • Kapazitätsengpässe bereits heute in der Rushhour
  • unsägliche kostenintensive Spielwiesen mit unterschiedlichen Verkehrssystemen (Spurbreiten, -Busse, Einstiegshöhen usw.) – angelockt durch dubiose Förderprogramme
  • Verzögerungen bei der Bahnhofstangente
  • Verzicht auf Doppeltraktion
  • Streit um Stellplätez für Carsharing

Wenngleich die Mitgliedschaft im VRR mit den übergreifenden Fahrscheinen eher ein Glücksfall für die Fahrgäste ist, lässt der Verbund nun kaum eine Insellösung für die Stadt Essen allein zu („Was zahlt der Fahrgast, der über die Stadtgrenze hinaus will?“). Ansonsten ist der städteübergreifende Verkehr auch ein Trauerspiel (siehe z.B. Linie 105): und und und ….

Also grundsätzlich hat OB Kufen recht, wenn er das Kozept für Essen in Frage stellt.

Aber grundsätzlich ist der Ansatz richtig, mehr und viel intensiver als bisher angekündigt –  geschweige umgesetzt – auf den ÖPNV zu setzen.

Und obwohl der RUTE mit so mancher Vorgehensweise einzelner Umweltgewerkschaftsleute nicht immer so ganz glücklich ist, veröffentlichen wir hier deren Presseerklärung vom 6.3. zum Thema: PM_180306_gebuehrenfreier_nahverkehr_ist_finanzierbar

Tallin macht vor, wie es gehen kann…und die Stadt verdient auch noch dran, wie die Zeit berichtet – Geht doch!

Noch was: Neulich in Bern. Egal wo man ist in der Stadt: Man geht zur nächsten Haltestelle, ohne auf den Fahrplan zu achten, und in spätestens 6-10 Minuten kommt eine Bahn oder ein Bus – mit umweltfreundlichem Elektro- oder Gasantrieb oder mindestens Hybrid! Geht doch!
2,60 Fr kostet eine Fahrt über 5 Stationen zum Hbf – geht auch. Länger wird’s für unbedarfte Ausländer deutlich teurer, aber dafür hat fast jeder Schweizer ein Halbtax-Billet, eine Art 50%-BahnCard für alle öffentlichen Verkehrsmittel – gilt sogar für Seilbahnen, Geht doch!
Als Hotelgast muss man nicht nur einen Beherbungsbeitrag von rund 5 Fr bezahlen, man bekommt auch dafür ein Tagesticket, mit dem man den ganzen Tag in der Stadt und eine Ring drumherum fahren kann. Geht doch!

Woher kommt nur der Eindruck, dass die Politik in Essen einfach irgendwie wenig kreativ ist….?

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