Essener Kinderarzt als Vorsitzender von Cap Anamur: Müssen unser Konsumverhalten ändern!

Rupert Neudeck rief 1979 mit seiner Frau Christel und einigen Freunden, darunter der Schriftsteller Heinrich Böll, das Flüchtlingskomittee CAP ANAMUR ins Leben. Der Name wurde nach dem alten Frachtschiff gewählt, mit dem die Aktiven vietnamesische Boatpeople, die vor der Kasernierung in Umerziehungslagern  geflohen waren, aus dem südchinesischen Meer retteten und u.a. nach Deutschland brachten. Heute leitet der Essener Kinderarzt Dr. Werner Strahl die kleine, aber äußerst effektiv arbeitende Organisation.

Sein fast zweistündiger faszinierender Vortrag anlässlich des 40jährigen Jubiläums des gemeinnützigen Vereins lockte innerhalb der VHS-Reihe „Reden von morgen“ am Sonntag, 16.6.19 trotz strahlenden Sonnenscheins derart viele Interessierte in den gefüllten Saal der Volkshochschule Essen, dass zu Beginn erst mal Stühle hinzu gestellt werden mussten.

Heute liegt der Schwerpunkt der Arbeit der Hilfsorganisation im Kontext der SDGs der Vereinten Nationen nicht mehr auf den Meeren der Welt, sondern vor allem im Gesundheitsbereich von Krisengebieten auf dem asiatischen und afrikanischen Kontinent. Mit erstaunlich wenig Personal schaffen es Kräfte, nach Katastrophen wie Erdbeben (Nepal), Überschwemmung (Mosambik), Dürren und Epedemien, aber auch politischen/kriegerischen Eruptionen (Sudan) in vergleichbar kurzer Zeit wieder eine Basisinfrastruktur zu errichten und vor allem das

Bildungssystem zu stabilisieren. Auch wenn es scheinbar abgedroschen klingt: Hilfe zur Selbsthilfe steht dabei im Vordergrund, was vor allem am Beispiel der Ausbildung von Hebammen deutlich wurde: Die Kindersterblichkeit konnte so in viele Gebieten erheblich gesenkt werden. Voraussetzungen dazu sind allerdings kontinuierliche Spenden, da der Verein keinerlei öffentliche finanzielle Unterstützung erfährt und will – nur so kann er seine Unabhängigkeit sicher stellen. Beispielhaft auf der anderen Seite die Transparenz und der Umgang mit den Spendengeldern! Hier kann jede(r) also bedenkenlos einen Beitrag leisten…

„Und wie sind die Perspektiven für die Zukunft?“ so die Frage aus dem Publikum. Angesichts der weltweiten, dargestellten Not und Migrationsbewegungen mag man ja das Schlimmste befürchten… Mit einem unerschütterlichen Optimismus schaffte es Werner Strahl jedoch, den Funken der Hoffnung auf den Saal zu übertragen – Voraussetzung sei allerdings, dass wir hier im reichen Westen unser Konsumverhalten ändern…

Wir arbeiten dran!

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