Groschek erweist sich als vernunftorientierter Realitätspolitiker in Sachen Transitautobahn – langer Atem braucht saubere Luft!

essen52gross_kompLandesverkehrsminister Groschek zeigt, dass er Realitäten ins Auge schaut: Die NRZ berichtet, er werde …“keiner Chimäre mehr hinterherlaufen, von der ich überzeugt bin, dass es ein finanzpolitisches Wolkenkuckucksheim sein wird“

http://www.derwesten.de/staedte/essen/von-a-52-endlich-verabschieden-aimp-id7925879.html

Jetzt gilt es die übrigen auch noch von der Sinnhaftigkeit einer modernen Verkehrspolitik zu überzeugen – ähnlich, wie es ja auch in der Atompolitik und anderweitig gelungen ist.

Wir erinnern an einige beispielhafte Projekte, die jahrzehntelang diffamierend von interessierten Seiten bekämpft wurden und heute wie selbstverständlich in unser aller Alltag gehören:

Atomausstieg: Erst sollten alle Lichter ausgehen. Heute reden alle, auch die von denen man es nicht gedacht hätte, von der Energiewende…

Nationalpark Eifel: Wie haben kleine Interessengruppen lautstark gegen den Schutz von Fauna und Flora gewettert! Und heute? Der Tourismus zeigt Wachstumszahlen, Holz wird weiterhin genutzt, neue Arbeitsplätze sind entstanden und/oder alte erhalten und eine Region hat an Attraktivität für Mensch und Tier gewonnen… Zur Zeit laufen ähnliche Diskussionen um einen Nationalpark am Teutoburger Wald (Senne), im Nordschwarzwald und im Soonwald (Nahe). Und wieder schreien kleine Interessengruppen lautstark…

Dosenpfand: Was wurde geschimpft! Insbesondere die Billigheimer, die auf  Einweg setzten und setzen, malten schon Insolvenzen und Verlust von Standorten und Arbeitsplätzen an die Wand. Von „wüsten Protesten aus der Wirtschaft“ spricht die WELT in einer Rückschau auf 10 Jahre Dosenpfand. Dass wir auf (Bier-) Dosenwerfen (geht mit Konservendosen eh besser!) und das Zischen beim Öffnen der Blechbehälter verzichten „müssen“, ist wohl zu verschmerzen. Eher kritisch zu bewerten sind der Rückgang an Mehrweg bei gleichzeitiger Explosion an Getränkezahlen in PET-Flaschen, meist Einweg mit hohem Pfand. Auch gibt der mit dem Kunststoff möglicherweise verbundene Übergang von gesundheitsbelastenden Stoffen in die Flüssigkeiten zu denken. Hier treten handwerkliche Fehler des Projektes zu Tage. Für den Verbraucher ist nicht nachvollziehbar: Pfand ist eben nicht gleich Mehrweg!
Zum Glück halten die Biertrinker dagegen: Sie bleiben bei der Glasflasche! Und selbst der nicht als Ökopionier bekannte FOCUS sieht auch Vorteile im Dosenpfand.
Ein Aspekt wird aber viel zu selten genannt: Der deutliche Rückgang an Vermüllung von Landschaft und Städten durch Einweggetränkebehälter. Und was doch auf der Straße und in Parks und Bahnen landet, wird von fleißigen Händen gesammelt und gegen Bares eingetauscht…

Brennwertkessel: TÜV und Großkonzerne warnten vehement vor Bränden – siehe http://www.veritherm-heizungstechnik.de/ und Richard Vetter bei wikipedia

Bleifreies Benzin: Kritische Diskussion in den USA seit etwa 1960, geschickte Lobbyarbeit in Deutschland (technisch nicht möglich, „Klopfen“, Arbeitsplatzverlust,…) verhinderte die verpflichtende gesetzmäßige Einführung bei uns bis ins Jahr 1988 !! Siehe z.B. Spiegel-Artikel aus 1983

Geregelter Katalysator (3G-Kat): Vorläufer erfunden in den 1950er Jahren , erster 3g-Kat 1973, bekämpft bei uns bis 1985, vor allem durch die Raffinerien, die damit auch auf bleifreies Benzin umrüsten mussten. Leider fehlt bis heute eine breite Diskussion über die Gesundheitsgefährdung durch massenhafte Einträge von Platin und Palladium in die Nahrungskette. Auch geht erst EURO6 auf das Thema NOx ein (Salpetersäure).

Partikelfilter: Auch hier Widerstand der Automobilindustrie, insbesondere in Deutschland. Franzosen bei der Einführung als Vorreiter – heute Standard, entweder durch entsprechende Katalysatoren oder durch ADBLUE.

Öffnung von Einbahnstraßen für Radler: Heftigste Debatten und Horroszenarien mit Warnungen vor schwersten Unfällen von konservativen Kräften verhinderten jahrelang vernünftige Lösungen, obwohl beispielsweise ein Essener CDU-Verkehrspolitiker, der sich öffentlich stets gegen die Öffnung aussprach, hinter vorgehaltener Hand die eigene Nutzung einer Einbahnstraße des Essener Westens in Gegenrichtung eingestand…
Heute ist in Essen diese Zeit zum Glück vorbei. Nur im Süden hängt der Widerstand gegen diesen Aspekt fortschrittlicher Verkehrspolitik noch mehr oder weniger von einer einzelnen uneinsichtigen Person ab. Aber auch hier zeichnet sich ein Wandel auf breiter Basis ab…
Wie moderne Metropolen mit dem Radverkehr umgehen, zeigt das ehemals autodominierte Paris

Und wie bei all diesen Beispielen: So wird es auch der überflüssigen Transitautobahn ergehen …. ! Langer Atem zahlt sich also aus!

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