Parking-Day in Holsterhausen – Kehrtwende auf den Straßen für Bürgerinnen und Bürger

„Still-Leben A40“ im Jahr der Kulturhauptstadt 2010 – ein gigantischer Erfolg!

„Grün auf! Altendorf“ am vergangenen Sonntag 17.9.2017 – die Altendorfer und andere haben’s genossen!

Heute, Samstag 23.9.17 „ParkingDay – YoU-turn the streets!“ (Kehrtwende auf der Straße): Klein, aber fein und eine herrlich ruhige, gelassene Stimmung auf der zum Verweilen frei gegebenen Savigny-Straße in Holsterhausen! Parkraum zu Lebensraum!

Solche Events, die den Moloch Straße und Autobahn zum begehrten Aufenthaltsraum – ganz freiwillig und nicht durch Staus – machen, kommen offensichtlich gut an bei der Bevölkerung!

Kinder, die sich auf der Straße austoben können, Musiker, die behutsam aufspielen, Kleingruppen, die auf zu anderen Zeiten voll geparkten Flächen in lockerer Runde diskutieren, 10 Fahrräder oder 3 Lastenräder statt eines Autos auf einem Pkw-Stellplatz – und das städtische Leben erstirbt nicht, sondern i Gegenteil: Es pulsiert!

Bei dieser Aktion, die von ehrenamtlichen Gruppen (Greenpeace, ADFC, Mobilität-Werk Stadt,…) initiiert und weitestgehend durchgeführt wurde, konnte man deutlich erleben: Das Festhalten an autogerechter Stadtplanung ist offensichtlich längst überholt und einfach nicht mehr zeitgemäß.

Hintergrundinfos:

Unter dem Titel „Das Auto: Stehzeug für Solisten“ fasst die Zeitschrift „mobilogisch!“ (Ausgabe 3/2016) die Erhebungen des Demoskopie-Instituts „socialdata“ aus dem Jahr 2015 zusammen und ermöglicht aus längährigen Untersuchungen ein „differenziertes Bild der derzeitigen Autonutzung in deutschen Städten“.

  • „Über ein Drittel der (privaten) Pkw in Deutschland bleiben jeden Tag zuhause; nur 64 % sind „unterwegs“. Dabei machen sie 1,39 Ausfahrten mit 3,25 Fahrten. Bezogen auf alle Pkw ergibt das nicht einmal eine Ausfahrt und gerade zwei Fahrten pro Tag.“
  • Die knappen Zweidrittel rollenden Fahrzeuge, „sind eine knappe Stunde täglich unterwegs und legen 34 km zurück. Sie haben selten einen zweiten Fahrer (1,06 Fahrer pro Tag), werden über sechs Stunden an ihren Zielen geparkt und stehen fast 17 Stunden zuhause (alle Pkw über 19 Stunden).“
  • „Drei Viertel (74 %) dieser Ausfahrten hat nur eine einzige Aktivität zum Anlass: Ein Viertel „Arbeit“, ein Fünftel „Freizeit“, ein Sechstel „Einkauf“. … Gut jede siebte Ausfahrt dient zwei, nur jede neunte drei und mehr Aktivitäten. Das gerne gebrauchte Argument, man müsse mit dem Pkw (z. B. zur Arbeit) fahren, weil man auf dem Weg noch so viel anderes erledige, lässt sich nicht belegen. Die häufigste Kombination ist Arbeit-Einkauf, kommt aber nur bei 2 % aller Pkw-Fahrten vor.“
  • „Im Berufsverkehr haben 24 von 25 Pkw eine Solo-Besetzung.“
  • Innerstädtische Pkw-Fahrten bringen nur einen geringen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber anderen Nahmobilitätsverkehrsträgern, Wichtig dabei: Nicht nur die Fahrtzeit von Parkplatz zu Parkplatz berücksichtigen, sondern die Tür-zu-Tür-Verbindung!
  • „Jede siebte Pkw-Fahrt im Binnenverkehr unserer Städte erreicht maximal 10 km/h (von Tür-zu-Tür). Ein genauso großer Anteil ist schneller als 30 km/h. Dazwischen liegen fast drei Viertel im Bereich zwischen 10 und 30 km/h.“
  • Autofahrer bewegen ihr Auto nur in drei Prozent seiner Lebensdauer.

Was für eine gigantische Verschwendung und dümmliche Ressourcennutzung. Und wie schön innerstäditsche Straßen genutzt werden können, haben die anfangs genannten Veranstaltungen aufgezeigt – auch der heutige ParkingDay in Holsterhausen – mehr davon!

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