Jetzt wird des ernst: Das Fahrzeugtyp-Chaos (zwei Schienenbreiten, unterschiedliche Bahnsteighöhen, alte Straßenbahnen mit und ohne Klappstufen, Niederflurbahnen, Spurbus, normale Linienbusse, …) schlägt zurück! Weil im letzten Jahrtausend Verantwortliche auf jeden Förderzug aufgesprungen sind, müssen nun Fahrgäste einige Absurditäten ertragen wie etwa zerstückelte Linien, alte Fahrzeuge, die an sich ausrangiert gehören, eine Linie, die auf der Hinfahrt anders heißt als auf dem Weg zurück… auch die Verknüpfung von EVAG und DB scheint nicht überall geglückt. Offizielle Infos dazu gibt’s bei der EVAG.
Der nächste große Einschnitt ins ÖPNV-System folgt dann spätestens bei der Einführung des RRX im Jahr 2019. Lothar Ebbers von PRO BAHN sieht vor allem die Vorteile, die auf Fahrgastbefragungen basieren. So ist aus seiner Sicht erfreulich, dass die S-Bahnlinie S1 ab 2019 statt wie bisher alle 20 Minuten dann jede Viertelstunde unterwegs sein wird. Auch der RE14 Richtung Dorsten/Borken soll zukünftig öfter fahren.
Irgendwo muss aber die Kostenneutralität angesichts leerer Kassen aufgefangen werden. So wird die S9 zwischen Bottrop und Wuppertal in vier Jahren nur noch halbstündlich fahren – für Fahrgäste und Berufspendler aus der nordwestlichen und südöstlichen Peripherie, die aktuell kleine Bahnhöfe wie E-Gerschede oder Überruhr nutzen, eine deutliche Verschlechterung. Also eine Entwicklung mit Licht und Schatten.
Wie die EVAG dann reagieren wird, steht ohnehin in den Sternen – auch mit Blick auf die Finanzsituation der Essener Gesellschaft und ihrem enormen Sanierungsbedarf …
