Winter 2014/15: 30.000 Hungertote in Essen…

Blick in den Bienenstock - Foto D. Schruck

Blick in den Bienenstock – Foto D. Schruck

Nein, keine Sorge, so weit ist die Sozialsituation in unserer Stadt noch nicht, auch wenn die Lebensbedingungen vieler Essenerinnen und Essener öffentliche Unterstützung erforderlich machen. Aber hier geht es jetzt um Bienen – und dieses Mal im Essener Süden!

An der Wallneyer Straße hat eine Bienenhalterin im Frühjahr 2014 ein Volk in einem professionellen Stock untergebracht. Die Waben waren noch voll mit Honig, da die Halterin nicht imkert; also kaum Honig entnimmt. Nun, am Ende des Jahres war der Stock fast leer und es musste mit ca. 20 l Zuckerwasser nachgefüttert werden, da ansonsten die Bienen den kommenden Winter nicht überstehen würden.

Ganz anders die Situation mitten in Rüttenscheid: Dort ist ein weiterer Stock wohlgefüllt und es besteht keinerlei Sorge, dass die fleißigen Tiere nicht über den Winter kommen werden.

Wie ist diese Diskrepanz zu erklären?

Da die Tiere ansonsten gesund, die Wetterbedingungen und Pflege der Stöcke an beiden Standorten mehr oder weniger identisch sind, kann die Ursache nur im unterschiedlichen Nahrungsangebot begründet sein. Der maximale Flugradius eines Bienenvolkes liegt etwa zwischen 1 und 5 km – am liebsten natürlich möglichst nahe am Stock. In der Nähe des Wallneyer Volkes ist die Landschaft offensichtlich dermaßen „aufgeräumt“, dass die Tiere kaum Nahrung finden: Monokulturen (Maisfelder und zeitlich begrenzt blühende Rapsfelder) und zeitig und oft gemähte Wiesen- und Rasenflächen bieten einfach über das Jahr gesehen nichts oder zu wenig an Blütenpflanzen.

Rosenbeete in der GRUGA - eine willkommene Nektarquelle (Foto D. Schruck)

Rosenbeete in der GRUGA – eine willkommene Nektarquelle (Foto D. Schruck)

Innerstädtische Bereiche wie in Rüttenscheid mit Balkons und Gärten zeigen oftmals eine viel größere und zeitlich ausgedehntere Artenvielfalt vor allem an Nektar liefernden Blütenpflanzen. Auch bietet die GRUGA über einen langen Zeitraum eine große Vielfalt an blühenden Nahrungsspendern. So werden (Innen-) Städte immer mehr zum Hort der Biodiversität. Leider ist aber auch zu beobachten, dass viele Vorgärten zu Abstellflächen für den eigenen Pkw und öffentliche Staudenbeete in billig zu pflegendes Pantoffelgrün umgewandelt werden.

Bleiben die Bienen fern oder gehen sie ein, sieht es mit unserer Nahrungsversorgung schlecht aus: Vor allem Obst und Gemüse sind auf die emsigen Tiere angewiesen – ohne die läuft so gut wie gar nichts! Wir brauchen also eine größere Artenvielfalt vor allem in der offenen Landschaft – aber auch in den Städten –  mit mehr wild wachsende Blütenpflanezn…

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