Wie mit dem Essener Wald umgehen?

Den Anteil an Waldfläche, der sich selbst überlassen werden soll, von 9 auf 14 Prozent erhöhen – das geht schon mal in die richtige Richtung. Ob der neue Forstbetriebsplan, der soeben vom Umweltausschuss der Stadt auf den Abstimmungsweg gebracht wurde, allerdings der Weisheit letzter Schluss ist, sei dahin gestellt. Zum einen hat niemand diese letzte Weisheit (außer der Natur selbst!), zum anderen haben die beiden trockenen Sommer einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht!

Die zentrale Frage lautet doch wohl: Wie bekommen wir im Stadtgebiet einen stabile Waldgesellschaft hin, die den Anforderungen eines Waldes im Ballungsraum gerecht wird – und das in Zeiten eines nicht mehr zu leugnenden und dramatische Formen annehmenden Klimwandels mit steigenden Temperaturen, weniger Niederschlägen und heftigen Wettereignissen wie etwa ELA in 2014?

Weg von Fichten, hin zu Eichen und Buchen scheint auf den ersten Blick schlüssig. Allerdings hat die Invasion des Eichenprozessionsspinners in diesem Sommer dem armen Quercus arg zugesetzt. Aber auch die kleinklimatisch breit aufgestellten Buchen haben angesichts der Trockenheit nicht viel zu lachen. Ob die Weißtanne, die an sich im Schwarzwald anzutreffen ist und dort auch Opfer des Borkenkäfers wird, die Lösung ist, scheint fraglich.

Was also tun? Warum nicht einfach wachsen lassen….? Die geplante Einschlagsmenge des Forstbetriebsplans sollte aber auf jeden Fall hinterfragt werden! Wie schrieb die NRZ am 6.9.19: „Die Zielgrößen sind .. nicht in Stein gemeißelt“!

Die klassische Forstwirtschaft steht aktuell an einer Zeitenwende und wird sich sich drastisch verändern müssen – insbesondere in den urbanen Bereichen!

Das BfN hat vor zwei Wochen ein beeindruckendes Positionspapier „Wälder im Klimawandel: Steigerung von Anpassungsfähigkeit und Resilienz durch mehr Vielfalt und Heterogenität „ veröffentlicht; dies wird wohl in den nächsten Monaten die Diskussionsgrundlage für die Fachwelt sein:

Ansonsten: Knut Sturm und Peter Wohlleben kommen mit „einfach wachsen lassen“ ganz gut klar…

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