Radfahren auf der Aktienstraße: Der riskante Slalomkurs bleibt – und das Rasen der Autos geht weiter …

Fahrrad FußgängerEine der unsinnigsten Radverkehrsregelungen in Essen besteht auf dem Essener Abschnitt der Aktienstraße in Schönebeck zwischen A40 und Frintroper Straße – und wird wohl so bestehen bleiben.

Rückblende: Wie Anwohner, Radfahrende und Spaziergänger immer wieder feststellen müssen, wird auf der Akteinstraße die Tempovorgabe von 50 km/h eher selten eingehalten – und dies sogar irgendwie nachvollziehbar! Viele Pkw-Fahrer haben gerade die Autobahn A40 verlassen und haben noch das Autobahngefühl mit höheren Geschwindigkeiten im rechten Fuß. In die andere Richtung kommt schon Schnellstraßenfeeling auf und die überdimensionierte Breite der Aktienstraße lädt durch ihren fast autobahnähnlichen Charakter schon mal zum Gasgeben ein.

Geht doch auf einem Teilstück der Aktienstraße! Warum nicht überall? (Foto: D. Schruck)

Geht doch auf einem Teilstück der Aktienstraße! Warum nicht überall? (Foto: D. Schruck)

In Verbindung mit maroden und ohnehin nicht durchgängigen Bürgersteigradwegen lag es da im Jahre 2004 für in anderen als PS-Kategorien Denkende nahe, nach der asphalttechnischen Fahrbahnsanierung die neu aufzubringende Markierung zu ändern und Radfahrstreifen aufzubringen. Der psychologische Effekt der damit engeren Fahrbahnen für den motorisierten Verkehr würde zwangsläufig die Durchschnittsgeschwindigkeit senken, den Lärm reduzieren und den Radverkehr ins Blickfeld rücken – ein Konzept, das alle Verkehrsexperten für die sinnvollste, sicherste und preiswerteste Lösung für Radverkehrsanlagen halten.
Doch die Schönebecker und sonstige Essener Autolobby – allen voran Ratsherr Klaus Diekmann – nutzte geschickt die Sorgen und Ängste von AnwohnerInnen („Soll mein Kind dann mitten auf der Straße fahren, wenn die Lkws vorbei donnern?“): Der vernünftige Ansatz des Radverkehrsstreifens auf der gesamten Aktienstraße wurde im Keim erstickt. Im gleichen Atemzug wurde allerdings auf der Höhe des Hellweg-Baumarktes/Deichmann-Gebäudes ein kurzes Teilstück mit genau so einem Streifen ausgestattet (siehe Foto rechts) – wer soll das begreifen?

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Im Slalomkurs: Hier muss man rüber auf die andere Straßenseite … (Foto D.Schruck)

Radfahrende Erwachsene wie Kinder müssen eine politisch und verwaltungsmäßig abgesegnete Slalomfahrt auf der Aktienstraße vollziehen von der östlichen auf die westliche Straßenseite, mal mit Fußgängern, mal ohne, mal im Gegenverkehr auf einer Seite, mal im Niemandsland endend, mal über Stock, Stein und Wurzeln, mal an engen und uneinsehbaren Ausfahrten vorbei – ein Wunder, dass bisher so wenig passiert ist!

Die Essener Radverbände gaben nicht auf, hier zu einer sinnvollen Lösung zu gelangen und hakten immer wieder nach – nun erst mal wieder vergeblich, wie das angehängte Protokoll (Vermerk OT Aktienstraße 23.10.2015) zeigt: Vor kurzem hat ein Ortstermin wegen der Aufhebung der Benutzungspflicht des Radweges Aktienstraße gegeben – leider ohne Erfolg. Nach mehrjährigem Engagement für eine sinnvolle Lösung der Radverbände und des RUTE ist festzuhalten, dass wohl zur Zeit ein solches Vorhaben nicht zu machen ist. Die Aktiven räumen den Entscheidungsträgern erst mal eine Bedenkzeit ein. Vielleicht bringt ja auch ein Generationenwechsel ein Umdenken in diesem Trauerspiel!.

Und der RUTE hat auch schon an anderer Stelle einen langen Atem bewiesen….

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