Essen fahrradfreundlich? Dann aber auch (in Frintrop) entsprechend planen!

Frintrop Radwegsituation Planung Lebensmittelmärkte IMG_7222Ausschnitt

Aktuelle Situation in Frintrop: Das gelbliche Haus ganz am rechten Rand es Bildes hat die bisher vorgesehene Flucht, die eine sinnvolle Verlängerung des Radweges ermöglicht.

Die Verkehrssituation in (Ober-) Frintrop ist schon heute problematisch: Parkende Fahrzeuge, Straßenbahnen, Busverkehr, Billigtanker am Anfang und Ende des Ortsteils, Tausende im Berufs- und Einkaufsverkehr auf dem Weg vom und zum Centro-Oberhausen und zur A42/A3.

Obwohl ein größerer Lebensmittelmarkt, ein Discounter  und sonstige Anbieter des täglichen Bedarfs fußläufig erreichbar sind, laufen überdimensionierte Planungen ohne klares VerkehrskonzeptDie Anwohner sind gespalten: Die eine Seite sieht neue Einkaufsmöglichkeiten für die Bürgerschaft, eine ökonomische Stärkung des Ortsteils, von der auch die bisher vorhandenen Läden und damit auch deren Kunden profitieren könnten; Einnahmen würden lokal gebunden.

Flächennutzungsplan Frintrop ALDI REWEDie anderen befürchten noch mehr Verkehr, Lärm, Abgase, Unfallgefahren und einen Verlust an Lebensqualität im „sympathischen Dorf in der Stadt„. Und in der Tat bleiben in Sachen Lenkung des Kunden- und Lieferverkehrs, Parkraumangebot, (Brand-) Sicherheit und nachhaltiger Verkehrspolitik viele Fragen offen – auch mit Blick auf den Rad- und Fußgängerverkehr – und nur darum geht es uns hier!

Wie oben auf dem Foto zu sehen ist, endet heute der Radweg auf der rechten Seite der Frintroper Straße stadtauswärts im Nirvana (Pfeilspitze). Zu Recht war bei allen Neubauplanungen die Flucht zurück verlegt worden, um die zukünftige Ortsteildurchfahrt breiter und vor allem auch fahrradfreundlich gestalten zu können.

Frintrop Radwegsituation Planung Lebensmittelmärkte IMG_7263Solange nur von einem Lebensmittelmarkt die Rede war, stand dies auch nicht zur Disposition. Nach Abriss der Häuser, die heute noch bis fast an den Straßenrand stehen, hätte dann die ursprüngliche Planung bestens realisiert werden können. An der Markus-Apotheke (dunkles Haus mit links „Optik“) soll der Radweg sich dann an die vorhandene Breite anschließen.

Für zwei Märkte einschließlich Parkraum wäre die zur Verfügung stehende Fläche dann allerdings viel zu klein. Also lässt man ein Haus (das mit den großen Werbeplakaten) stehen, verhindert somit das Zurücklegen der Flucht und damit auch den Bau einer zeitgemäßen und verkehrsgerechten Radverkehrsanlage – sei es als Gehwegradweg oder – wie es alle vernünftigen Radwegplaner fordern – als abmarkierter Angebots- oder besser Radfahrstreifen.

So sieht keine zukunftsweisende Radverkehrsplanung einer fahrrad- und fußgängerfreundlichen Stadt aus!

Frintrop Radwegsituation Planung Lebensmittelmärkte IMG_4414Stichwort Fußgänger: Schon heute haben die es nicht leicht in Frintrop. Zum einen der ohnehin schon zeitweise höllisch lärmende Autoverkehr, Busse, die in die Straße Himmelpforten biegen und aus ihr heraus wollen, stinkende Autokolonnen vor den zahllosen Straßen- und Pförtnerampeln, schmaler Bürgersteig direkt an der Hauswand entlang – kein Vergnügen, hier zu Fuß zu gehen! Und wie sollen, falls die widersinnigen Planung Realität werden sollten, die Leute zur Einkaufsrushhour die Ein- und Ausfahrt zum Parkplatz der beiden Supermärkte queren? Noch eine Ampel auf dem kurzen Stück? Schnell zwischen den Autos durch huschen? Und biegen die dann nur nach rechts ab? Wollen aber nach links und wenden dann irgendwo?

Fragen über Fragen, die nach Antworten schreien! Und diese Fragen wird sicher auch die Kommission stellen, die in Kürze die Stadt Essen bereist und sich und die Verantwortlichen fragen wird, was denn alles an Fortschittlichem in Essen geplant wird – auch in Frintrop.

Die aktuelle Planungssituation dort gehört jedenfalls nicht dazu, ist in keiner Weise zukunftsweisend und bedarf dringend der Revision. Die Devise kann nicht lauten, wir bauen erst mal und dann sehen wir schon weiter!

agfs-logo nrwSonst heißt es womöglich:
Is nix mehr mit fahrrad- und fußgängerfreundlich in Essen! Und das fänden wir sehr, sehr schade…

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