Einzelhandel profitiert vom Verkehrskonzept – leider nicht in Essen…

Wir alle kennen die Klagen des Handels in der Innenstadt. Kundenschwund, Leerstände, schlechte Konsumstimmung, Internetkäufe … Und dann jetzt auch noch Einschränkungen für den Autoverkehr: Umweltspur, höhere Parkgebühren, mehr Raum für Radelnde. „Für Zehntausende wäre die Innenstadt nicht mehr zu erreichen“, jammert der Einzehlhandel am 9.5.19 in der NRZ. Aber wie viele sind es denn, die sich gar nicht mehr in die Innenstadt begeben, weil die Aufenthaltsqualität eine einzige Katastrophe ist?

Pontevedra im Nordwesten Spaniens macht vor, wie es anders geht.

„Am Anfang protestierten 3.000 Händler gegen die Pläne des Bürgermeisters, manche zogen vor Gericht. Auch der Unternehmer Miguel Lago war zu Beginn gegen die radikalen Pläne, doch das hat sich mittlerweile geändert. Die Umsätze nicht nur in seinem Supermarkt sind gestiegen, die Kunden kommen nun zu Fuß oder mit dem Fahrrad. In Pontevedra hat der Einzelhandel vom Verkehrskonzept profitiert.“ (Quelle: Das Erste/Weltspiegel)

Alle, die heute über die in der Tat schlimme Lage in unseren Innenstädten klagen,  sollten sich mal den Beitrag im Weltspiegel (hier der Link) über die nordspanische Stadt, die den MIV komplett aus der Stadt verbannt hat, anschauen.

Viele von ehemals überkommenen Vorstellungen wurden bei uns auch von konservativen und wirtschaftsliberaler Politik überwunden; Atomstrom als Lösung beispielsweise. Warum nicht auch endlich mal eine Verkehrswende und wieder Lebensqualität in unsere Städte – auch in Essen! Angst vor der Rache der Autofahrer durch Abwahl? Auch da gibt es Antworten: Der Bürgermeister von Pontevedra wurde seit 1987 (!) viermal wiedergewählt…. Und die Stadt wuchs von seinerzeit 73000 um 10000 neue Einwohner – weil die Lebensqualität sich so deutlich verbessert hat.

(Foto: aus Greenpeace-Magazin 3.19, Seite 32: „Verfußgängerung“ – da wo früher die Autos durchrauschten, spielen heute Kinder..)

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