Vielfalt am Runden UmweltTisch Essen – ein Beispiel für ein stabiles (Öko-) System

Aus der Ökologie ist bekannt, dass die Zahl der auftretenden Arten eine große Rolle bei der Stabilität eines Ökosystems spielt: Je größer die Artenvielfalt – bei einer gewissen Asynchronität des Verhaltens -, desto stabiler das Ökosystem. (Grafik: www.prezi.com))

Dies gilt auch für den RUTE, der sich nicht als Schaltzentrale und Steuerungselement, sondern als moderierender und verbindender Faktor versteht und in dem sich die Individuen = angeschlossene Gruppen autonom und mit eigenen Positionen auch durchaus asynchron und nicht immer ohne Reibung entwickeln.

Allerdings: Durch Sammlung der unterschiedlichen Potenziale, dem breiten Spektrum und sozialen Kontext, den unterschiedlichen Organsitations- und Handlungsformen und Größenordnungen können Themen für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt Essen immer wieder effektiv in die Diskussion gebracht und damit vorangetrieben werden.

Anlass für diese Verdeutlichung des Selbstverständnisses des RUTE ist die auch für viele „mit am Tisch Sitzende“ überraschende Veröffentlichung von Fossil Free und Greenpeace zum Klimabericht der Stadt Essen. Zwar wird die Kritik daran schon länger diskutiert. Ob und wann die Aktivisten mit ihren Informationen an die Presse treten, ist allein Sache der jeweiligen Gruppen. Offensichtlich scheint der gewählte Zeitpunkt einen Tag vor der großen Abschlussfeier der Grünen Hauptstadt geschickt gesetzt: Wie anders ist zu erkären, dass es die Meldung bis in die stündlichen Nachrichten von WDR5 geschafft hat ..

Einige städtische Vetreterinnen und Vetreter und selbst Leute, die sich auch am RUTE einbringen, werden darüber womöglich „not amused“ sein. Richtig entkräftet werden konnten die Vorwürfe der Klimaaktivisten nicht, der Klimabericht der Stadt Essen sei geschönt, weil der CO2-Ausstoß der Essener Alu-Hütte von Trimet und die Beteiligung der Stadt Essen am größten CO2-Emittenden RWE sowie dem Kohleverstromer STEAG nicht in dem Bericht auftauchten. Die „Gegendarstellung des GHE-Teams und der Stadt “ ist aber auf jeden Fall lesenswert.

Auch wenn es nicht das „Umweltbündnis RUTE“ – wie er WDR fälschlich berichtet, sondern die beiden Aktionsgruppen ausgerechnet haben, ist die Aussage nicht so ganz von der Hand zu weisen: „Würden die CO2-Emissionen von Trimet, RWE und Steag einbezogen, stiege der Pro-Kopf-Ausstoß von den offiziellen acht Tonnen jährlich auf fast 27 Tonnen.“ (WDR5). Ob damit allerdings Essen zu Unrecht den Titel Grüne Hauptstadt erhalten hat? Da waren doch wohl auch noch andere Gründe mit ausschlaggebend….

Können RUTE-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun überhaupt noch zu der Abschlussfeier der Grünen Hauptstadt gehen, zu der auch etliche eingeladen sind und auch zugesagt haben?

Warum nicht?

Die Funktion des RUTE hat wohl auch der Redakteur des WDR-Beitrages nicht ganz durchschaut. Fossil Free und Greenpeace sind zwar bei den Treffen des RUTE immer wieder dabei, agieren und rechnen aber völlig eigenständig. Und viele Gruppen – von großen Verbänden bis hin zu kleinen ortsteilbezogenen Initiativen, von Leuten aus dem Naturschutz und dem stadtnahen Gärtnern, Menschen, denen eine verträgliche Mobilität am Herzen liegt, für die der Klimaschutz hohe Relevanz hat und/oder die ein pädagogisches Interesse haben und und und – haben die Kommunikationsplattform der Grünen Hauptstadt genutzt, um ihre eigene Nachhaltigkeit zu leben oder die Prinzipien der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in irgendeiner Form unter die Leute zu bringen. Über die Möglichkeiten, die hierzu das Prädikat „Grüne Hauptstadt Europas 2017“ als Plattform bieten konnte, besteht auf breiter Ebene Zufriedenheit, wenngleich die berechtigten kritischen Stimmen vor allem zu Verkehr und Klimaschutz und zum Fehlen  weiter führender politischer Weichenstellungen eben auch dazu gehören.

Auslöser der Auswahl durch die EU-Kommission waren neben der beispielhaften Entwicklung von der grauen Industriemaus zu einer für Besucherinnen und Besucher überraschend grünen Agglomeration eben auch die Zielsetzungen der Stadt Essen. Ob diese in der kommenden Zeit und vor allem für die kommenden Generationen erfolgreich umgesetzt werden, das liegt letzten Endes in den Händen der Politik, die entsprechende Entscheidungen zeitnah fällen muss.

Da ist Essen leider bisher nicht wirklich ein Vorreiter. Und nicht nur, weil beispielsweise Göttingen, Münster, Bremen Berlin und Stuttgart schon Schritte durch Divestment zu einem ökologischen Umgang mit dem Kapital der Bürgerinnen und Bürger auf den Weg gebracht haben… auch die Städte agieren eben mit großer Vielfalt.

Diese Vielfalt müssen wohl alle Beteiligten aushalten! Schließlich ist sie Garant für eine lebendige Stadt…

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