Mehr davon: Tolles Fest mitten auf der Altendorfer Straße! Die Fußgänger aller Kulturen genießen den Freiraum …

Wie schön selbst sonst durch heftigen Autoverkehr nicht gerade zum Verweilen einladende Straßen sein können hat das tolle GHE2017-Straßenfest unter dem Motto „Grün Auf!- Altendorf!“ auf der Altendorfer Straße zwischen Helenenstraße und Heintzmannstraße gezeigt: Tausende waren zu Fuß unterwegs und genossen sowohl das schöne Wetter als auch die Ungezwungenheit der abgesperrten Straße mit ansprechenden Angeboten zahlloser Initiativen aus dem Stadtteil.

Beispielsweise hatten alte Zeitungen – der NRZ und WAZ sei Dank! Ein weiterer Grund, Tageszeitungen zu abonnieren! – noch lange nicht ausgedient, sondern wurden zu feschen Blumenhüten für Frau und Mann oder lustigen bunten Schnecken geformt. (Alle Fotos: D. Schruck)

Das hatte schon fast etwas von A40-Stillleben 2010! Nur sind wir inzwischen im Jahr 2017, dem Jahr der Europäischen Grünen Hauptstadt Essen angekommen – und so richtig viel hat sich seit dem in Sachen Verkehrspolitik ansonsten in Essen nicht getan. Gut, der Radschnellweg kam mal eine Zeitlang gut voran, stockt aber z.Zt. im Eltingviertel. Der RRX soll 2019 starten – auch nicht schlecht. Als Fußgänger und Radfahrer lebt man allerdings weiterhin riskant in der Autostadt Essen: Dem Autoverkehr mal ein paar Quadratzentimeter zu entreißen oder gar Stinker draußen zu lassen – da tun sich Entscheider schwer – die PS-Lobby ist doch weiterhin sehr, sehr dominant….so wird das mit den 4 x 25% Modalsplit nichts!

Aber wieder zurück nach Altendorf. Eine gute Idee: GreenCapital-Banner landeten nicht auf dem Müll,: Aus ihnen entstanden stabile Sitzflächen von Holzhockern, mit denen man es sich erst einmal auf den mit Rollrasen abgedeckten Straßenbahnschienen gemütlich machen konnte – Klasse!

Kein großer Auwand, dafür aber überproportionaler Unterhaltungswert durch ungewöhnliche Kleinkunstattraktionen: Unzählige Handys klickten am lebendigen Sofa und sowohl die Tanzraum-Kids als auch die orange gekleidete witzige Musik-Kistenrollerin sorgten für beste Stimmung.

Das Tolle: Die eigentlich abgegriffenen Formeln von „Jung und Alt – aus Nah und Fern“ treffen voll die Wahrnehmung an diesem wunderbaren Tag. Das lebendige Altendorf zeigte sich nicht nur wettertechnisch von seiner besten Seite und räumte mit dem ewigen Vorurteil des Problemstadtteils auf. Vor und hinter einem jeden der nett und unaufdringlich präsentierten Aktionsstände traf man auf Menschen aller Kulturen und allen Alters – geht doch und macht schräge AfD-Ideologien an einem Tage zunichte! Zu Recht verwies OB Kufen in seiner sympathischen Begrüßung auf die Einheit im Ortsteil, in der Stadt, in Europa! (Foto zeigt einen gut gelaunten OB Kufen mit Blumenhutträgerin auf dem Rollrasen)

Aktuell wird hin und wieder ein erneutes Still-Leben auf der A40 in die Diskussion geworfen. Fraglich, ob so ein Mega-Event überhaupt wiederholbar ist – weniger aus organisorischen Gründen als mehr aus seiner Einmaligkeit heraus. Von Festen, wie sie es als GRÜNE-HAUPTSTADT-Projekt in Altendorf mitten auf der sonst stark befahrenen Hauptstraße eines dicht bewohnten Stadtteils gegeben hat, sollte es aber öfter welche geben … Jedes Jahr? Jeden Monat? Immer wieder?

Bürgerinnen und Bürger erobern sich ihre Straßen als Lebens- und Aufenthaltsraum wieder zurück – und Feiern ist da nicht das schlechteste Instrument…

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